www.ethologie.de » Norbert Sachser (Druckansicht)


   
 Abteilung für Verhaltensbiologie Zuletzt bearbeitet am 21.03.2014

Prof. Dr. Norbert Sachser Prof. Dr. Norbert Sachser

Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie
Abteilung für Verhaltensbiologie
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Badestraße 9/13, D-48149 Münster

Tel.: 0251-8323884
Fax.: 0251-8323896
E-mail: sachser@uni-muenster.de


Dr. Norbert Sachser (*1954) ist Professor für Zoologie (C4) und leitet die Abteilung für Verhaltensbiologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Er studierte Biologie, Chemie und Soziologie an der Universität Bielefeld und promovierte mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes 1984 am dortigen Lehrstuhl für Verhaltensforschung (Leiter: Prof. Dr. Klaus Immelmann). Anschließend arbeitete er als DFG-Stipendiat, Akademischer Rat und Oberassistent am Lehrstuhl für Tierphysiologie der Universität Bayreuth (Leiter: Prof. Dr. Dietrich von Holst), wo er sich 1992 habilitierte. Im Jahre 1993 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Zoologie an die Universität Münster, wo er seit 1994 die Abteilung für Verhaltensbiologie leitet. Einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Verhaltensökologie an der Universität Hamburg (2002) lehnte er ab.
Von 1988-1996 war Herr Sachser deutscher Vertreter im International Ethological Council, von 1994-1999 Mitglied im Beirat der Deutschen Zoologischen Gesellschaft, von 1997-1998 Vizepräsident und von 1999-2002 Präsident der Ethologischen Gesellschaft. Er war Gründungsmitglied des Fachausschusses "Tiergerechtheit" der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und Initiator der "Studiengruppe Verhaltensbiologie" der Deutschen Zoologischen Gesellschaft; er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Fachzeitschriften 'Hormones & Behavior' und 'Physiology & Behavior'. Im Jahr 2002 organisierte er die "First European Conference on Behavioural Biology" in Münster, wodurch eine neue europäische Tagungstradition entstand. Von 2004-2005 war Herr Sachser Prodekan, von 2005-2008 Dekan des Fachbereichs Biologie. Im Jahre 2005 gründete er mit Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen Psychologie und Medizin das Otto Creutzfeldt-Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience, das einen der ersten strukturierten Promotionsstudiengänge an der Universität Münster einrichtete. Seit 2008 ist Herr Sachser Mitglied des akademischen Senats sowie des Forschungsbeirats der Universität Münster. Ferner fungiert er als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Promotions-Programms BIOREC (“Biological Responses To Environmental Challenge“) der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Seit 2011 ist er Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes und Mitglied der Senatskommission für Experimentelle Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Ethologischen Gesellschaft ernannt.

Seine Forschung ist im Bereich der Verhaltensbiologie angesiedelt mit starken Bezügen sowohl zur Evolutionsbiologie als auch den Neurowissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte sind: "Stress, Stressvermeidung und Wohlergehen" mit Implikationen sowohl für den Menschen als auch für den Tierschutz, "Evolution und Entwicklung des Sozialverhaltens" mit dem Schwerpunkt südamerikanische Nagetiere. Der dritte Forschungsschwerpunkt behandelt "das Zusammenspiel von Genen und Umwelt bei der Steuerung emotionalen, kognitiven und sozialen Verhaltens", in dem auch biomedizinisch relevante Fragestellungen (u.a. zur Alzheimer-Erkrankung und zum angstähnlichem Verhalten) behandelt werden. Darüber hinaus besteht ein intensiver interdisziplinärer Austausch sowohl mit den Nachbardisziplinen Psychologie, Medizin und Veterinärmedizin als auch mit den Geistes- und Sozialwissenschaften, der sich beispielsweise in der Organisation der Tagung "Theology Meets Biology" zeigt (2006; gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Müller).


Zehn Publikationen aus der Abteilung für Verhaltensbiologie:

  • Ambrée, O; Leimer, U; Herring, A; Görtz, N; Sachser, N; Heneka, MT; Paulus, W; Keyvani, K (2006): Reduction of amyloid angiopathy and Abeta plaque burden after enriched housing in TgCRND8 mice: involvement of multiple pathways. American Journal of Pathology 169(2): 544-552.

  • Carter, SC; Ahnert, L; Grossmann, K; Hrdy, SB; Lamb, ME; Porges, SW; Sachser N (ed.) (2005): Attachment and Bonding: A New Synthesis. MIT Press, Cambridge.

  • Kaiser, S; Sachser, N (2005): The effects of prenatal social stress on behaviour: Mechanisms and function. Neuroscience and Biobehavioral Reviews 29: 283-294.

  • Sachser, N; Dürschlag, M; Hirzel, D (1998): Social relationships and the management of stress. Psychoneuroendocrinology 23(8): 891-904.



Deutschsprachige Publikationen:

  • Sachser, N; Lesch, K-P (2013): Das Zusammenspiel von Genotyp und Umwelt bei der Entwicklung von Furcht und Angst. Neuroforum 3/13: 102-109.

  • Sachser, N (2009): Neugier, Spiel und Lernen: Verhaltensbiologische Anmerkungen zur Kindheit. In: Handbuch der Erziehungswissenschaft Band III/I Familie-Kindheit-Jugend-Gender: 329-339.

  • Hagencord, R (2005): Diesseits von Eden. Verhaltensbiologische und theologische Argumente für eine neue Sicht der Tiere. Pustet-Verlag, Regensburg.

  • Sachser, N (2003): Soziale Umwelt, Verhalten und Stress: Erkenntnisse der modernen Verhaltensbiologie. In: Liebau, E; Peskoller, H; Wulf, C (ed.): Pädagogische Anthropologie. Band 13; Natur - Pädagogisch-anthropologische Perspektiven. Beltz Verlag, Weinheim, Basel, Berlin: 137-148.

  • Sachser, N (2002): Faszination Verhaltensbiologie. Biologen heute 4: 2-7.

  • Sachser, N (2002): Die biologischen Grundlagen aggressiven Verhaltens. In: Bilstein, J; Winzen, M (ed.): Das Tier in mir. Die animalischen Ebenbilder des Menschen. Verlag der Buchhandlung Walter König, Köln: 101-113.

  • Sachser, N (2001): Wechselwirkungen - Verhaltensbiologische Anmerkungen zur Natur des Menschen. Forschung & Lehre 10: 10-11.

  • Beer, R; Kaiser, S; Sachser, N; Stanzel, K (1994): Merkblatt zur tierschutzgerechten Haltung von Versuchstieren: Meerschweinchen. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz.

  • Sachser, N (1994): Sozialphysiologische Untersuchungen an Hausmeerschweinchen. Gruppenstrukturen, soziale Situation und Endokrinium, Wohlergehen. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.



Diese Seite: