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 Abteilung für Verhaltensbiologie Zuletzt bearbeitet am 08.02.2011

Die moderne Verhaltensforschung ist eine integrative Disziplin der Lebenswissenschaften, mit deutlichem Bezug sowohl zur Evolutions- als auch Neurobiologie. Die Forschung in unserer Abteilung ist primär im Bereich der Grundlagenforschung angesiedelt. Sie hat das übergeordnete Ziel, die Ursachen und Konsequenzen des Säugetierverhaltens besser zu verstehen. Hieraus ergeben sich auch wichtige Implikationen für den Menschen und für den Tierschutz.

Die drei Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Verhaltensbiologie sind:

Die Untersuchungen werden überwiegend an Haus- und wilden Meerschweinchen sowie unterschiedlichen Mauslinien (darunter knockout und transgene Tiere) durchgeführt. Orte der Forschung sind die Abteilung für Verhaltensbiologie, Institute und Labors unserer Kooperationspartner sowie unterschiedliche Habitate in Südamerika. Das Methodenrepertoire umfasst die computergestützte Aufnahme und Analyse ethologischer Parameter (u.a. digitale Bildanalyse, RFID); Bestimmung von Hormonen aus Blut, Speichel und Kot mittels radioimmunologischer, radioenzymatischer und enzymimmunologischer Verfahren; photometrische Bestimmungen klinisch-chemischer Parameter; Vaterschaftsanalysen mit Hilfe des “genetic fingerprinting“; Genotypisierungen mithilfe der RT-PCR; weitere zell-, molekular- und neurobiologische Methoden in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern.
Die Forschungsarbeiten wurden in den letzten 25 Jahren von der Volkswagenstiftung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie insbesondere der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit erheblichen Mitteln unterstützt. Momentan werden unsere Projekte u.a. im Rahmen des DFG-Transregio-Sonderforschungsbereiches “Furcht, Angst Angsterkrankungen“ (SFB-TRR 58) sowie der DFG-Forschergruppe “Reduktion der phänotypischen Verhaltensplastizität durch frühe Erfahrung: funktionale Konsequenzen eines adaptiven Mechanismus?“ (FOR 1232/1) gefördert.

Die Ergebnisse der Forschung wurden in mehr als 200 Originalartikeln und Buchbeiträgen publiziert. Presse, Hörfunk und Fernsehen berichteten in mehr als 100 Beiträgen über Forschung und Mitglieder der Abteilung für Verhaltensbiologie. Z.B. “Kundschafter im Tierreich: Der Professor und die Meerschweinchen“ / 1996 / 30 Min. / ein Film von Michael Miersch und Gerd Weiss produziert für den WDR, oder: "Schlaue Meerschweinchen" / 2010 / 45 Min. / ein Film von Herbert Ostwald, produziert von Light & Shadow für ZDF/Arte.

Zehn Publikationen aus der Abteilung für Verhaltensbiologie:

 
  • Ambrée, O; Leimer, U; Herring, A; Görtz, N; Sachser, N; Heneka, MT; Paulus, W; Keyvani, K (2006): Reduction of amyloid angiopathy and Abeta plaque burden after enriched housing in TgCRND8 mice: involvement of multiple pathways. American Journal of Pathology 169(2): 544-552.

  • Carter, SC; Ahnert, L; Grossmann, K; Hrdy, SB; Lamb, ME; Porges, SW; Sachser N (ed.) (2005): Attachment and Bonding: A New Synthesis. MIT Press, Cambridge.

  • Kaiser, S; Sachser, N (2005): The effects of prenatal social stress on behaviour: Mechanisms and function. Neuroscience and Biobehavioral Reviews 29: 283-294.

  • Sachser, N; Dürschlag, M; Hirzel, D (1998): Social relationships and the management of stress. Psychoneuroendocrinology 23(8): 891-904.





Deutschsprachige Publikationen:

  • Sachser, N; Lesch, K-P (2013): Das Zusammenspiel von Genotyp und Umwelt bei der Entwicklung von Furcht und Angst. Neuroforum 3/13: 102-109.

  • Sachser, N (2009): Neugier, Spiel und Lernen: Verhaltensbiologische Anmerkungen zur Kindheit. In: Handbuch der Erziehungswissenschaft Band III/I Familie-Kindheit-Jugend-Gender: 329-339.

  • Hagencord, R (2005): Diesseits von Eden. Verhaltensbiologische und theologische Argumente für eine neue Sicht der Tiere. Pustet-Verlag, Regensburg.

  • Sachser, N (2003): Soziale Umwelt, Verhalten und Stress: Erkenntnisse der modernen Verhaltensbiologie. In: Liebau, E; Peskoller, H; Wulf, C (ed.): Pädagogische Anthropologie. Band 13; Natur - Pädagogisch-anthropologische Perspektiven. Beltz Verlag, Weinheim, Basel, Berlin: 137-148.

  • Sachser, N (2002): Faszination Verhaltensbiologie. Biologen heute 4: 2-7.

  • Sachser, N (2002): Die biologischen Grundlagen aggressiven Verhaltens. In: Bilstein, J; Winzen, M (ed.): Das Tier in mir. Die animalischen Ebenbilder des Menschen. Verlag der Buchhandlung Walter König, Köln: 101-113.

  • Sachser, N (2001): Wechselwirkungen - Verhaltensbiologische Anmerkungen zur Natur des Menschen. Forschung & Lehre 10: 10-11.

  • Beer, R; Kaiser, S; Sachser, N; Stanzel, K (1994): Merkblatt zur tierschutzgerechten Haltung von Versuchstieren: Meerschweinchen. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz.

  • Sachser, N (1994): Sozialphysiologische Untersuchungen an Hausmeerschweinchen. Gruppenstrukturen, soziale Situation und Endokrinium, Wohlergehen. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.


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