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Rensch lehrte
auf dem Gesamtgebiet der Zoologie. Im Zentrum seines
Denkens standen stets Probleme der Evolution. Sie wurden
zum Leitfaden für sein gesamtes wissenschaftliches
Arbeitsspektrum. Dieses umfaßte die Bereiche der
Morphologie und Systematik (Artbildungsprozesse), der
Tiergeographie und Tierökologie, der Sinnes- und
Nervenphysiologie. Sie führten den Mitbegründer der
Synthetischen Evolutionstheorie aber auch zu den Fragen
nach den evolutionären Grundlagen des Verhaltens. So
begann mit Rensch die Ära der tierpsychologischen
Forschung in Münster. Spezialvorlesungen befaßten sich
u. a. mit der "Allgemeinen Tierpsychologie"
und den "Höheren Hirnleistungen der Tiere".
Untersuchungen zur Lernfähigkeit, zu
Gedächtnisleistungen, aber auch zur Übertragbarkeit
von Erlerntem auf neue Situationen und damit zu
Abstraktions- und Generalisationsvermögen bei Tieren in
Abhängigkeit von der phylogenetischen Stellung und der
Differenzierung des Gehirns sowie neurobiologische
Untersuchungen wurden zu Forschungsschwerpunkten.
Planvolles, zukunftsorientiertes Handeln sowie
Kreativität (Malversuche) wies Rensch für
Menschenaffen nach.
Die Untersuchungen
zur Psychophylogenese führten Rensch zu jenen Grenzen,
wo biologische Forschung in die Lehre vom Menschen und
schließlich in die Probleme der Biophilosophie und
Erkenntnistheorie übergeht.
Durch seine
Forschungen und zahlreichen Publikationen wirkte Rensch
somit richtungsweisend in drei großen
Wissenschaftsbereichen: im Bereich der Abstammungslehre
und der transspezifischen Evolution, der Tierpsychologie
und der Biophilosophie.
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Bernhard Rensch im
Zoologischen Institut der WWU Münster, 1965. |